Wesel, 13.10.2017, von Jan Haltermann

Verlagerte Standortausbildung in Wesel

Vom 13.10 bis 15.10 tauschten die Helfer des THW Herfords ihre Zivilkleidung gegen den Einsatzanzug und führten auf dem THW-Übungsgelände in Wesel eine verlagerte Standortausbildung durch. Dabei standen die Themen Baukunde sowie Abstützen und Aussteifen von Gebäuden auf dem Dienstplan.

Dieses Wochenende hatten sich die Helferinnen und Helfer schon seit langem dick und rot im Kalender markiert. Denn das Highlight des Jahres stand an: die verlagerte Standortausbildung auf dem Übungsgelände in Wesel. Am Freitagabend hieß es pünktlich um 18.00 Uhr „Aufsitzen“ und mit 16 Helfern und fünf Fahrzeugen wurde nach Wesel abgerückt. Im Anschluss ging es gut gestärkt ins Nachtlager, um Kraft für den nächsten Tag zu sammeln.


Am nächsten Morgen wurden kurz die Grundlagen theoretisch und praktisch wiederholt. Hierfür wurden Abstützungen von Tür und Fenster aus Einsatzgerüstsystem (EGS) und mit Holz gebaut, sowie die Handhabung von Windenstützen wiederholt. Außerdem wurden Deckenabstützungen aus Holz und EGS gebaut.


Die erste große Herausforderung war das Abstützen einer abgesackten Decke. Auf der Fläche von etwa 1m² ist in einem Übungshaus dargestellt, wie sich eine Stahlbetondecke unter großer Belastung von oben verhält. Durch das (simulierte) Gewicht von oben dehnt sich die Decke kreisförmig aus und sieht wie der untere Teil eines Ostereis aus.  Bei solch einem Schadensbild muss zuerst der direkte Druck der Decke nach unten abgefangen werden. Anschließend müssen die seitlich auftretenden Kräfte abgeleitet werden. Da man durch Ausprobieren und Selbermachen bekanntlich am meisten lernt, wurde die Abstützung zuerst mit zwei verschwerteten Schwelljochen gebaut. Da sich die Kräfte dadurch aber nicht optimal abfangen ließen, wurde nach dem Mittagessen eine Konstruktion mit EGS und Windenstützen aufgebaut. Im Anschluss wurde die Außenwand des Hauses mit einer Wandabstützung aus Holz gegen seitliches Umknicken abgesichert.


Nach Einbruch der Dunkelheit wurden in einer Einsatzübung die fünf Phasen der Bergung trainiert. Im Übungsszenario musste eine vermisste Person aus einem eingestürzten Gebäude gesucht und gerettet werden. Zusätzlich musste die Einsatzstelle und deren Umgebung ausgeleuchtet werden. Nachdem alle Einsatzaufträge abgearbeitet waren, ging der spannende aber auch anstrengende Dienst zu Ende. Am Sonntag stand dann nur noch die Rückfahrt und die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft an.



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